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Solidarität mit Ali Can & den Beschäftigten bei Ambau!

Bild von Cornelius

Durch sein Engagement für eine Betriebsratsgründung in seinem Betrieb ist dem bei der Firma AMBAU beschäftigen Kollegen Ali Can gekündigt worden. Desweiteren erhielt er ein Hausverbot durch den Werksleiter ohne Angaben von Gründen! ABAUs Produktion stützt sich zu knapp 50 % auf den Einsatz von LeiharbeiterInnen. Diese werden ungeniert durch eine eigens dafür in der Verwandtschaft des Geschäftsführers gegründeten Firma eingestellt. Damit werden ganz klar Standards unterlaufen und die Position der abhängig Beschäftigten wird nachhaltig geschwächt. Rechte und Respekt gegenüber schwer arbeitenden Menschen werden mit Füßen getreten! Ver.di Campus erklärt sich solidarisch mit Ali Can und den KollegInnen (Soli-Erklärung zum Download).

Fakten:

Die AMBAU GmbH ist ein führender Hersteller für Offshore- und Onshore Turmsegmente. Diese Türme werden für die Errichtung von Windenergieanlagen, sowohl Offshore (auf See) und Onshore (Festland) benötigt. Zur Unternehmensgruppe gehört auch die AMBAU Personalservice GmbH. Hier werden Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer beschäftigt, die hauptsächlich bei Ambau arbeiten.

Geschäftsführender Gesellschafter ist Joachim Görlitz, der das Unternehmen 1993 zusammen mit seinem Vater "Am Mellensee" gründete. Ute Görlitz, die Schwester von Joachim Görlitz, leitet die „hauseigene“ Leiharbeitsfirma – Ambau Personalservice.

Ein wichtiger Standort des Unternehmens ist hier in Cuxhaven:
Im Werk werden Offshore-Türme mit großen Durchmessern und hohen Bauteilgewichten gebaut. Dort arbeiten zur Zeit 108 Beschäftigte. Davon sind 51 Leiharbeitnehmer.

Bisher gibt es in diesem Werk keinen Betriebsrat. Auch weil ein Beschäftigter, der sich vor einem Jahr für die Gründung eines Betriebsrats stark gemacht hatte, entlassen wurde. Auch deshalb war es die IG Metall, die eine neue Initiative gemeinsam mit Beschäftigten gestartet hat.

Anfang April trafen sich IG Metall Mitglieder um über die Gründung eines Betriebsrates im Werk Cuxhaven zu sprechen. Dann lud die IG Metall zu einer Betriebsversammlung zur Wahl des Wahlvorstands ein. Zunächst reagierte die Geschäftsleitung gar nicht. Daraufhin lud die IG Metall zu einem zweiten Termin ein. Daraufhin verlangte die Geschäftsführung eine eidesstattliche Erklärung von der IG Metall, um zu belegen, dass überhaupt Metaller im Betrieb sind – die selbstverständlich übermittelt wurde.

Nun lud die Geschäftsleitung ihrerseits zu einer Wahlversammlung am 3.5.2010 ein. Es wurde auch gleich ein Wahlvorschlag präsentiert: Der dreiköpfige Wahlvorstand sollte aus dem Produktionsleiter, dem Meister der Endfertigung und einer Beschäftigten aus der Personalabteilung bestehen. Darüber hinaus wurde der Kollege Ali Can, der für den Wahlvorstand kandidieren wollte, am 30.04.10 um 22 Uhr zu Beginn seiner letzten Nachtschicht vor der Wahlversammlung ordentlich gekündigt und bekam sofort Hausverbot erteilt. Dies geschah ohne Angaben von Gründen.

Der Kollege Ali Can kandidierte trotzdem. Stellvertretend für ihn verlas ein Gewerkschaftssekretär eine schriftliche Erklärung von ihm. Nur am Rande: Erst mit einer einstweiligen Verfügung setzten die Gewerkschaftssekretäre ihr Recht durch, an der Versammlung teilnehmen zu können.

Der Kollege Ali Can wurde auf der Wahlversammlung mit überragender Mehrheit in den Wahlvorstand gewählt und anschließend von der Betriebsversammlung zu dessen Vorsitzenden bestimmt.

Der Wahlvorstand hat unverzüglich seine Arbeit aufgenommen und konnte das Hausverbot für den Kollegen Can im Rahmen seiner Wahlvorstandstätigkeit außer Kraft setzen lassen.

Die Kündigung wird Ende Juni 2010 vor dem Arbeitsgericht Stade verhandelt.

Die IG Metall ruft zur Solidarität mit Ali Can und den Beschäftigten bei Ambau auf.

Adresse:
IG Metall Bremerhaven
Hinrich-Schmalfeldt-Str. 31 b
27576 Bremerhaven
Fax: 0471 / 92203 20
Mail to: manuel.schmidt@igmetall.de

 
 
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